Der Blutegel

Der Blutegel

Weltweit gibt es ca. 600 Blutegelarten, davon werden etwa 15 Arten in der Heilkunde verwendet.

In der Regel werden zwei dieser miteinander verwandten Arten eingesetzt, der Hirudo medicinalis und der Hirudo verbana, wobei Letzterer weltweit überwiegt. Im Wirkungsspektrum ist kein Unterschied bekannt.

Der Blutegel gehört zu den Ringelwürmern (Anneliden), ein naher Verwandter ist der Regenwurm.

Der Name „Egel“ mag zwar an „Ekel“ erinnern, hat aber ganz andere sprachliche Wurzeln. „Egel“ stammt vom griechischen Wort „echis“ ab, was „kleine Schlange“ heißt.

Für die therapeutische Wirkung ist der Speichel („Salvia) der Blutegel interessant. Beim Biss wirken mindestens 30 Substanzen zusammen, von denen etwa 8 wissenschaftlich aufgeklärt sind.

Am bekanntesten ist sicher das „Hirudin“, ein Protein (Eiweiß) mit gerinnungshemmender Wirkung. Durch dieses wird der anfängliche Blutfluss beim Saugen erst möglich.

Außerdem gibt es das „Calin“, ebenfalls ein Protein, das für eine bis zu 12 Stunden andauernde Nachblutung verantwortlich ist.

Man vermutet, dass die Natur dies so eingerichtet hat, um die Wunde sauber zu halten, sozusagen zur Pflege des Wirtstieres. Ein von einer schmerzhaften Infektion geschädigtes Tier würde sicher nicht zum Ort des Bisses zurückkehren, wohl aber eines, dass den Biss als wohltuend empfindet.

Man hat beispielsweise in Griechenland und Indien beobachtet, dass gelenkkranke Rinder anscheinend gerne blutegelreiche Gewässer besuchen, um sich dort möglicherweise gewollt beißen zu lassen. Anschließend verließen sie den Ort offensichtlich leichtfüßiger.

Auch die meisten Hunde verhalten sich beim „Andocken“ eines Egels außergewöhnlich ruhig.

Für mich sehr beeindruckend war einer meiner Hunde, dem ich als Welpen an einem Knie Egel gesetzt hatte. Er lag eine Stunde unbeweglich auf dem Rücken. Ein Welpe!

 

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Dieser Egel hat bereits einiges Blut gesaugt. (Foto: Andrea Falta)

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